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Art Forum
Berlin 2002 Länger leben mit Calgon
Bär+Knell
oder 1+1=3
Sprache
ist die umfassendste und differenzierteste Ausdrucksfom des Menschen und
die sowohl subjektive wie auch objektivierte Art, seine Gedanken und Gefühle
zu äussern. Das Sprechen versteht sich traditionell als die wörtliche,
mündliche wie schriftliche Rede. Das Wort steht zwischen dem
Bewusstsein und dem gemeinten Gegenstand. Es ermöglicht einerseits die
wörtlich erzeugte Vorstellung vom Gegenstand zu unterscheiden und
anderseits den Gegenstand und das Bewusstsein zu verbinden.
Genau
auf diese Sprachdefinition zielt das Motiv die Arbeit "Calgon"
von Bär+Knell. Sie benutzen den Namen Calgon als All-Over-Structure und
lösen den bekannten Markeninhalt bewusst von ihrer in der
werbungsgebunden Kommunikation avisierten Massenzielgruppe ab. Calgon rückt
in ein gänzlich anderes kulturelles Umfeld vor. Bär+Knell beglücken
eine kulturelle Elite und ihre gesellschaftlichen Umfelder unverhofft
und ungefragt mit Calgon. Die Arbeit steht in Ihrer Form und ihrem
inhaltlichen Bezugsfeld in klarer Opposition zu der "nice art for
nice people" Mentalität des vorherrschenden professionellen Kunstumfeldes.
(Wolf
Günter Thiel ) |