XX. Weltjugendtag Köln 2005

16. - 21. August

999 Mobiltoiletten bedruckt mit Warnhinweisen

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Die Künstler BÄR+KNELL bringen neue photographische Warnhinweise von Zigarettenpackungen auf Toilettenhäuschen beim Kölner Weltjugendtag

 
Eigentlich gehören sie auf jede Zigarettenpackung, diese von der Europäischen Kommission getesteten, wirkungsvollen Photos der Raucherfolgekrankheiten. Sie zeigen die tiefen Falten der Raucher, ihr Leiden an Impotenz, ihre durch Passivrauch belasteten Kinder und natürlich grässliche Bilder von Lungen- und Kehlkopfkrebs. Den einzelnen EU-Ländern ist es freigestellt, diese Warnhinweise einzuführen. Das für Deutschland zuständige Verbraucherschutzministerium berät noch. Und nun werden 12 dieser Motive auf 999 Toilettenhäuschen beim Kölner Weltjugendtag präsentiert. Die Wände der Toilettenhäuschen sind innen und außen mit jeweils einem Motiv in vielfacher Kopie ausgestattet.
 
Diese Idee hatten das deutsche Künstlertrio Bär+Knell. Gerhard Bär: „Wir wollten ein Zeichen setzen gegen den unerträglichen Zigarettenkonsum insbesondere von Kindern und Jugendlichen, denn diese sind die wichtigste Zielgruppe der Tabakindustrie. Diese hat den Zigarettenmarkt zu einem Kindermarkt gemacht. Um Jugendlichen in Köln die Konsequenzen des Zigarettenrauchens deutlich vor Augen zu führen, haben wir die Toilettenhäuschen mit den Warnhinweisen versehen. Diese sollen später als Mahnobjekte auf Schulhöfen und öffentlichen Plätzen in ganz Deutschland aufgestellt werden.“
 
Bär+Knell stellen sich hiermit in die Tradition der Kunst, die bis zum Beginn der Moderne ein Medium war, um Inhalte und gesellschaftliche Botschaften zu vermitteln. Gerhard Bär: "Wir sehen unsere Arbeit in der Tradition der Vermittlung von Inhalten. Die aktuelle Kunstproduktion, und Bär + Knell an ihrer Spitze, geht weg von einem l `art pour l `art Ansatz und widmet sich den gesellschaftlichen und kulturellen Herausforderungen und Aufgabenstellungen unserer Zeit. Es geht also nicht darum die Kunst nur um ihrer Selbstwillen zu machen, sondern vielmehr darum, dass jedes Objekt oder Bild eine Botschaft transportiert. Als Künstler übernehmen wir Verantwortung im Rahmen unserer kreativen und intellektuellen Möglichkeiten, indem wir Kunst als Kommunikationsmittel zur Vermittlung dringender gesellschaftspolitischer Fragestellungen einsetzen. Es geht darum das Bewusstsein durch die Konfrontation mit schockierenden Bildern zu verändern. Diesen Bildern kann man sich in einer Toilette nicht entziehen, sondern man setzt sich dem Bild aus. Wir setzen den jugendlichen Betrachter diesem Bild und dieser Erfahrung aus."
 
Unter Experten gibt es keinen Zweifel an der Wirksamkeit photographischer Warnhinweise, wie ein jüngst veröffentlichter Artikel des Deutschen Krebsforschungszentrums deutlich macht: Fast 80% der Raucher glauben, dass Warnhinweise so beeindruckend sind, dass dies einen Einfluss auf das Konsumverhalten hat. Denn ein Raucher, der beispielsweise täglich 20 Zigaretten raucht, ist jährlich  7.000 – 8.000-mal mit den Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen konfrontiert – dies ist wohl die preiswerteste Gegenwerbung. Bei jährlich mehr als 6,5 Milliarden verkauften Zigarettenpackungen, sind dies 100 Milliarden - mal Warnungen vor dem Produkt. Damit weist keine andere Aufklärungsmaßnahme eine größere Reichweite auf. Die Warnhinweise auf den 999 Toilettenhäuschen beim Weltjugendtag in Köln machen den Anfang!